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Unlängst hat sich ein Konzertbesucher beklagt, wir spielten Werke, die man fünfmal hören müsse, bis man sie begreift.
Da hatte er recht.
Wir spielen natürlich auch eingängige Musik: die grossartigen Kompositionen von Mozart, Beethoven, Schubert, traditionelle Bläserkammermusik von Reicha und Danzi usw. Aber wir sind neugierig und probieren gerne etwas Neues aus, erarbeiten ein sperriges Werk, das sich auch uns erst nach vielen Proben erschliesst. Vielleicht wird ja der eine oder andere Zuhörer neugierig und hört sich das Stück nochmals an.

Mit bekannten Melodien aus Filmen von Fellini, südamerikanischen Rhythmen, Pop und Jazz bieten wir diesmal ein unterhaltendes Programm: leichte Kost, aber spannende Musik: Chroma light!

Paquito d'Rivera (*1948): Wapango
Ein lebhafter afro-mexikanischer Tanz (Huapango) mit synkopierter Basslinie des kubanisch-amerikanischen Komponisten, Klarinettisten und Saxophonisten.

George Gershwin (1898–1937): Preludes
Gershwins wunderbare Preludes For Piano in einer Bearbeitung für Bläserquintett von William Hoyt.
I. Allegro ben ritmato e deciso II. Andante con moto e poco rubato III. Allegro ritmato e deciso

Astor Piazzola (1921–1992): Milonga sin Palabras
Obwohl kein Tango, ist dieses Werk typisch für Piazolla's emotionale und schwermütige Musik. Die Milonga ist eine Liedform aus Argentinien, Uruguay, Paraguay und Peru. Die Bearbeitung für Bläserquintett besorgte William Scribner

William Grant Still (1895–1978): Miniatures
Bekannt als der Vater der afro-amerikanischen Komponisten, wurde William Grant Still in Mississippi geboren und wuchs in Arkansas auf. Schon früh in seiner musikalischen Karriere spielte und arrangierte er für W.C. Handy und besuchte das Konservatorium von Oberlin. Nach dem ersten Weltkrieg studierte er bei Edgar Varese. Er war der erste afro-amerikanische Komponist, dessen Orchesterwerke von den bedeutenden Symphonieorchestern aufgeführt wurden, ebenfalls der erste schwarze Dirigent eines grossen amerikanischen Orchesters (Los Angeles Philharmonic Orchestra, 1936).
Die Miniatures bearbeitete Adam Lesnick.

1. I ride an old paint
Dieses Cowboy-Lied kommt aus Santa Fe, New Mexico. Es wurde von einem Reiter gesungen, welcher sein Pferd so verehrte, dass er verfügte, bei seinem Tod sollen seine Gebeine auf dieses gebunden werden. Die beiden sollen oft gesehen worden sein, wie sie nach Westen ritten.

2. Adolorido
Ausserhalb der Städte mangelte es in Mexiko an Papier. Mit dem Corrido (Ballade) wurden die Neuigkeiten (heroische Taten, Unglücksfälle, Liebesgeschichten) unters Volk gebracht. Adolorido aus Bajio im Staat Guanajuato erzählt von Traurigkeit und Untreue.

3. Jesus is a rock in the weary land
Ein Negro Spiritual in seiner archaischen Form

4. Yaravi
bedeutet Klage und ist ein peruanisches Lied aus vergangener Zeit.

5. A frog went a-courtin
Ein bekanntes Volkslied aus den Bergen von Kentucky, aber in vielen Regionen Nordamerikas gesungen.

Nino Rota (1911-1979), arr. Jürg Fehr: Musik aus Fellini Filmen

Die wunderbaren Melodien aus Rocco e i suoi fratelli, Prova d'orchestra, Amarcord und I Clowns erklingen hier in einer Bearbeitung für Bläserquintett.

Jolanda Giardiello (*1975): Choro de saudade
Choro als einen bestimmten Stil des Spielens, also noch nicht als musikalisches Genre, war bereits um 1870 sehr verbreitet. Mit "chorões" werden Ensembles bezeichnet, die um 1870 in RIO DE JANEIRO entstanden sind. Einer der frühsten und bekannten "chorões" wurde vom Flötisten Joaquim Antonio da Silva Callado (1848-1880) gegründet.
Der Choro entwickelte sich aus der Interpretation volkstümlicher Polkas, welche seit 1844 in Brasilien sehr beliebt waren. Die „cavaquinho“-Spieler (kleine, viersaitige Gitarre) lernten diese Polkas meist nach Gehör. Danach führten sie das gelernte Stück dem Gitarristen vor und unterstützten ihn in den modulatorischen Passagen. Aus diesen Passagen entwickelten diese Instrumentalisten Übungen, die sich dann mit der Zeit zu Fingerspiele weiterentwickelten. Durch diese Übungen entstanden dann auch die fixen modulatorischen Schemen, die beim Chorinho typisch sind. Aus dem Bordun erfolgte die Modulation meist in die tieferen Tonarten, so dass melancholische Melodien entstanden. Daraus soll der Begriff „choro“ entstanden sein, aus dem „Weinen“ der Melodien.
Der Titel "Choro de saudade" ist ein Wortspiel. "Choro" ist nämlich die erste Person Singular des Verbs "chorar", weinen. Es bedeutet also "ich weine vor Sehnsucht" wie auch "Choro der Sehnsucht", obwohl es für das Wort "saudade" keine eigentliche Übersetzung ins Deutsche gibt.

John McLaughlin (*1942), arr. Sebi Müller: Follow You Heart
John McLaughlin, auch Mahavishnu John McLaughlin, ist ein Jazz Fusion Gitarrist aus Yorkshire in England. Er wurde berühmt als Mitglied von Miles Davis' elektrischer Gruppe in den späten 60er Jahren, und als Partner von Chick Corea und Tony Williams. Follow Your Heart ist aus dem mit akkustischer Gitarre eingespielten Album My Goal's Beyond von 1970.

Paquito d'Rivera: Aires Tropicales
Auftragswerk des Aspen Wind Quintet, uraufgeführt 1984 in New York.

Alborado
langsame Introduktion

Son
Der Sonist ein Musikstil aus Kuba. Die historischen Wurzeln des Son reichen etwa in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Der Son entwickelte sich durch die Verschmelzung von afro-kubanischen Trommelrhythmen mit der Gitarrenmusik spanischer Farmer im ländlichen Osten der Insel.

Habanera
Trio für Flöte, Klarinette und Fagott im Stil von Ravel

Vals Venezolano
ein lebendiger Walzer

Dizzyness
Hommage an den grossen Dizzy Gillespie

Contradanza
kubanischer Tanz zu Ehren von Ernesto Lecuona (kubanischer Komponist und Pianist 1895-1963)

Afro
ein Altflötensolo leitet ein zu einem packenden Sechsachtel-Tanz über einem Afrikanischen Ostinato.

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