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Peter Müller wurde in 1791 in Hanau, in der Nähe von Frankfurt am Main geboren und hatte ein unspektakuläres Leben, zuerst als Musiklehrer am Seminar, dann als Gemeindepriester in Staden, einem Dorf bei Darmstadt, wo er 38 Jahre bis zu seinem Tod 1877 lebte. Er komponierte zwei Opern, Chorwerke und Lieder, und einige Kammermusik. Das Quintett in Es ist das erste von drei Bläserquintetten, welche erst nach seinem Tode publiziert wurden und lange vergriffen und vergessen waren. Obwohl etwas altmodisch für die Zeit der Enstehung, sind sie doch sehr melodiös, zeugen von gutem Handwerk und sind eine Bereicherung für das Bläserquintettrepertoire.
Quintett Nr. I in Es
Larghetto - Allegro
Scherzo (Allegro)
Larghetto
Allegro Molto
Unter den österreichischen Komponisten des 20. Jahrhunderts nimmt Gottfried von Einem (1918 - 1996) eine Sonderstellung ein. Er teilte nicht das Schicksal vieler seiner Kollegen, nur im „Ghetto” der Interessenten zeitgenössischer Musik bekannt zu sein, oder gar nur für die Schreibtischlade zu komponieren; sein Name war weltweit bekannt, sein Leben als Komponist erwies sich als eine Kette von nationalen und internationalen Erfolgen, die ihresgleichen suchten.
Einer „Richtung” oder „Schule” im Bereich der Musik des 20. Jahrhunderts liess Einem sich nie zuordnen; immer war es sein Bestreben, „seine” Musik zu schreiben, ob sie nun von manchen Kreisen des Publikums als zu modern oder von Kollegen und Kritikern als zu konservativ empfunden wurde. Mit der Oper Dantons Tod, die im Rahmen der Salzburger Festspiele 1947 uraufgeführt wurde und einen Sensationserfolg errang, gelang ihm der internationale Durchbruch.
Bläserquintett Opus 46
I Adagio - Poco animato
II Alla marcia
III Andante
IV Allegro molto
Das 1948 geschriebene Bläserquintett von Elliott Carter (*1908) ist eine Art kompositorischer Rückblick auf Carters Studienzeit bei der berühmten französischen Kompositionslehrerin Nadia Boulanger, der das Quintett auch gewidmet ist. Carter war 1932 Privatstudent bei Madame Boulanger, die nicht nur das von den Studenten zu erlernende Unterrichtspensum nach einem genauen Plan vermittelte, sondern auch die zeitliche Einteilung der Unterrichtsstunden genau ausgeklügelt hatte: Montags wurden die Anfänger und schwächeren Studenten unterrichtet und mit jedem Wochentag nahm die Qualität der Studenten zu. Carter war ein Samstags-Student (Sonntags war freier Tag) und schrieb mit seinem Quintett „eine Musik, wie seine Lehrerin sie sich von ihm als ihrem Schüler gewünscht hätte.”
Das zweisätzige Quintett ist eine Hommage an den Geist der Divertimento-Musiken der Groupe des Six um Poulenc und Milhaud. Der erste Satz ist von eher lyrisch, melodischem Charakter und stellt zunächst für jedes Instrument verschiedenes thematisches Material auf, das im Verlauf des Satzes dann durch die Instrumente wandert. Der zweite Satz ist ein äußerst brillantes, virtuoses Rondo, das thematische Elemente des ersten Satzes wieder aufgreift und ausbaut, jetzt aber in einer stark vom Jazz und der südamerikanischen Folklore-Rhythmik geprägten Diktion.
Woodwind Quintet
I Allegretto
II Allegro giocoso
Luciano Berio (*1925) begann seine Laufbahn als Pianist, wandte sich jedoch der Komposition zu, nachdem er im zweiten Weltkrieg eine Handverletzung erlitten hatte. In Opus Number Zoo, das 1951 entstand, kurz nachdem er sein Kompositionsstudium in Mailand abgeschlossen hatte, zeigt sich Berios Interesse am dramatischen Aspekt des musikalischen Vortrags. Ähnlich wie Stravinskys Histoires pour enfants und Poulencs L’histoire de Barbar le petit éléphant liegt jedem Satz eine kurze Geschichte zu Grunde, die bei der Uraufführung von der Dichterin, Rhoda Levine, vorgetragen wurde. In der Überarbeitung aus dem Jahr 1970 werden die Texte jedoch von den Musikern gesprochen.
Opus Number Zoo
1. Tanz in der Scheune
2. Das Pferd
3. Die Maus
4. Der Kater
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