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Anton Reicha (1770-1836) war Komponist, Geiger, Flötist, Kompositionslehrer von Berlioz und Liszt, Philosoph, Musiktheoretiker, Mathematiker und Zeitgenosse von Haydn und Beethoven. Die Kammermusik nimmt im Schaffen Reichas den grössten Raum ein. Seine Werke für Blasinstrumente sind bis heute lebendig geblieben. Zu den bedeutsamsten Stücken dieser Gattung Reicha gilt als Wegbereiter des modernen Bläserquintetts gehören zweifellos die 24 viersätzigen Bläserquintette, die er in vier mit den Opuszahlen 88, 91, 99 und 100 bezeichnete Gruppen zu je sechs selbständigen Kompositionen zusammenfasste.
Quintett in f-Moll, Op. 99, No. 2
Larghetto - Allegro
Andante
Menuetto: Allegro
Allegro poco vivo
Karl Pilss wurde 1902 in Wien geboren und zeigte schon früh grosses Interesse an Musik und Malerei. Er studierte Klavier, Musiktheorie und Komposition. Ab 1932 war er Assistent des Chordirektors an der Wiener Staatsoper und Lehrer für Klavier und Musiktheorie im Volkskonservatorium (dem späteren Konservatorium der Stadt Wien). Von 1934 bis 1966 amtete Pilss als Studienleiter bei den Salzburger Festspielen; ab 1941 wirkte er als Solokorrepetitor an der Wiener Staatsoper. Daneben war er Liedbegleiter, Cembalist, Chorleiter und Bearbeiter. Karl Pilss starb 1979 und hinterliess einen ansehnlichen Werkkatalog: 85 Werke für Bläser, 10 Orchesterwerke, 19 Lieder und 34 Chorwerke. Ebenso umfangreich ist sein malerisch-zeichnerisches Werk: es entstanden 100 Zeichnungen, 9 Skizzenbücher, 70 Aquarelle, Pastell- und Kreidezeichnungen und 15 Ölbilder.
Die Serenade ist ein romantisch-lyrisches Werk mit Anklängen an Richard Strauss.
Serenade
Heiter bewegt
Ruhig
Schnell
Breit - Sehr lebendig - Breit
Leos Janácek (1854-1928) Die klassische Vierteiligkeit der Suite Mládí wird durch übergreifende Motiv-Verwandtschaften noch gefestigt. Die Oboe stimmt gleich das Motto des Werkes an, ein Thema, das den Ausruf »Mládi, zlatè mládi» («Jugend, goldne Jugend») zu skandieren scheint. Weitere Instrumente greifen es auf, so dass es den ersten Teil des Kopfsatzes beherrscht. Ein lyrisches Thema schliesst sich an. Eine Solokadenz des Horns leitet den Mittelteil ein, der ein lustiges Tanzmotiv zu ostinatem Bass ertönen lässt. Bald greifen energische Quartrufe in das muntere Geschehen ein. Reprisenartig setzt erneut das »Mládi«-Motiv ein. Das Horn greift es in einer etwas wehmütigen Vergrösserung als Solo auf, ehe der Satz zu seiner tänzerischen Munterkeit zurückkehrt.
Zweiter Satz. Ein marschartiges, vom Fagott angestimmtes Thema, mit drei repetierenden Tönen beginnend, trägt monothematisch den Satz. Es soll eine Erinnerung an Janáceks Jugendtage im düsteren Königinkloster zu Brünn wachrufen. Im Mittelteil nimmt es bewegteren Charakter an, erscheint auch als verkürztes Motto und in weiteren Varianten.
Dritter Satz. Das Piccolo-Tanzmotiv, mit dem das Scherzo beginnt, entnahm der Komponist einem zuvor komponierten »Marsch der Blaukehlchen», benannt nach den blauen Uniformen der Klosterschüler. Das zweimal erscheinende Trio mit seiner hübschen Sechston-Melodie wartet gar mit einem »romantischen» Doppelschlag auf. Der kapriziöse Tanzsatz ist fünfteilig.
Vierter Satz. Das Finale gibt sich als formal ungebundene Paraphrase des ersten Satzes. Alle Einfälle, die sich hier geradezu überstürzen, sind Varianten des »Mládi»- Mottos. Die ständigen Tempowechsel unterstreichen den rhapsodischen »Ton» des Satzes. Ein hymnenartiger akkordischer Gesang, der mit parallelen Sexten endet, bezeichnet den emotionalen Höhepunkt des Satzes. Vor Schluss scheint ein Unisono-Thema mit Doppelschlag, wiederum eine Variante des Mottos, wehmütig zurückzublicken, ehe eine Temposteigerung zum fröhlichen Prestissimo-Ausklang überleitet. (Harenberg Kammermusikführer)
Mládí (Die Jugend)
Allegro
Andante sostenuto
Vivace
Allegro animato
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