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Konzert Ensemble Chroma 18. November 2005

Information zu den Werken

 

 

Alessandro Scarlatti (1659-1725): Quartettino (Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Gitarre) (Original für 3 Alt-Blockflöten und Continuo)

 

Adagio

Allegro

Minuet

 

Italien hat von jeher als das klassische Land der Violine und der Violinmusik gegolten, und der Ausspruch
Alessandro Scarlattis, den dieser dem Flötenmeister Quantz gegenüber getan haben soll: "Mein Sohn, Sie wissen,
dass ich die blasenden Instrumente nicht leiden kann, denn sie blasen alle falsch", hat demnach mehr als nur persönliche
Bedeutung. Allzu streng darf man diesen Ausspruch allerdings nicht auffassen, denn sowohl in seinen Opern wie
in seiner Kammermusik hat Scarlatti die Blasinstrumente, vor allem die Flöte, häufig verwendet.

 

Ein Teil der Werke von Alessandro Scarlatti  - der durch seine "Klaviersonaten" bekannte
Domenico Scarlatti (1685-1757) ist sein Sohn - ist mit der Santinischen Bibliothek nach Deutschland gekommen.
Abbate Fortunato Santini (1778-1862) war einer der eifrigsten Sammler frühklassischer italienischer und dieser
verwandter Musik. Seine reiche Bibliothek gelangte in den Besitz des Bischöflichen Museums zu Münster in
Westfalen, und ist jetzt der dortigen Universitätsbibliothek angegliedert.

 

Herman Berlinski (1910-2001): Quadrille for Woodwind Quartet (Flöte, Oboe,

Klarinette, Fagott)

 

I. Entrée (Allegro)

II. Tempo di Menuetto (Allegretto molto grazioso)

III: Gavotte (Allegro moderato)

IV. Sarabande (Lento con gravità)

V. Gigue (Allegro con Brio)

 

Herman Berlinski wurde am 18. August 1910 in Leipzig geboren und studierte am Leipziger Konservatorium von  1927-1932 Klavier, Tonsatz, Komposition und Dirigieren. Nach seiner  Emigration im Jahr 1933 studierte er in Paris von 1934-1938 Komposition und Klavier an der "Ecole Normale de Musique" und von  1937-1939 an der Schola Cantorum. 1941 emigrierte er in die USA. Er arbeitete zunächst als Hilfsorganist am berühmten, von deutschen Juden gegründeten Temple  Emanuel von New York. Zu seinen Kompositionen gehört auch ein Schabbat-Gottesdienst  und darin diese Version des jüdischen Glaubensbekenntnisses, „Sch’ma  Yisrael“: Höre Israel.

 

Nach  dem Erhalt der amerikanischen Staatsbürgerschaft war Berlinski als  Komponist, Pianist und Organist in New York und Washington D.C. tätig.

Nach seiner Pensionierung im Jahr 1979 widmete er sich weiterhin der Komposition, hielt Vorträge und gab Orgelkonzerte in den USA und in Europa. Sein umfangreiches kompositorisches Schaffen wurde in den USA mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet. Herman Berlinski starb 2001 in Washington DC.

 

 

Fernando Sor (1778-1839) Introduktion und Variationen über "Malborough s'en va-t-en guerre" op. 28

 

Sor erreichte Berühmtheit als Konzertgitarrist und ist vor allem bekannt für über 65 Kompositionen für dieses Instrument, welche heute einen wichtigen Teil des klassischen Gitarrenrepertoires bilden. Er schrieb aber auch eine Oper (Telemaco), Sinfonien, Streichquartette, eine Motette und viele Boleros für Singstimme und Gitarre oder Klavier, ebenfalls Ballette, das erfolgreichste davon Cendrillon, welches an der Pariser Oper über 100 Mal aufgeführt wurde.

 

 

 

Joseph Lechthaler (1891-1948) Freundliche Abendmusik (Flöte,

Klarinette, Gitarre)

 

1. Bewegt, mit Humor

2. Langsam, versonnen

3. Frisch bewegt

4. Langsam, sehr ausdrucksvoll

5. Bewegt, leicht beschwingt

 

 

Joseph  Lechthaler wuchs in Reutte und in Meran auf. In der Passerstadt blieb er bis zur Matura im Jahre 1910. Den ersten Musikunterricht erhielt er von P. Magnus Ortwein, dem damaligen Direktor des Benediktinergymnasiums in Meran. Im Anschluss  daran ging er nach Innsbruck und Wien, um ein geregeltes Musikstudium anzutreten. 1919 schloss Lechthaler neben dem Musikstudium sein Universitätsstudium mit dem Dr. phil. ab und wurde vorerst Schulmusiker. Seit 1924 lehrte er Musiktheorie an der Staatsakademie in Wien. 1932 wurde er Leiter der Kirchen- und Schulmusikabteilung dieser Lehranstalt. Joseph  Lechthaler war als Pädagoge, Komponist und Musikpublizist gleichermassen tätig und hinterliess ein umfangreiches Gesamtwerk, in dem nahezu alle Musikgattungen enthalten sind. Zu seinem schöpferischen Werk zählen rund sechzig mit Opuszahlen versehene Kompositionen, ungefähr gleich viele Gelegenheitskompositionen ohne Opuszahlen sowie eine Reihe von Schriften und Aufsätzen.

 

 

Joseph Kreutzer (1790 - 1840) Trio op. 18 (Flöte, Klarinette und Gitarre) 

 

Allegro resoluto

Adagio

Alla Polacca

 

 

Joseph Kreutzer war professioneller Geiger und lange Jahre Konzertmeister des Düsseldorfer Orchesters. Er machte sich auch als Lehrer (u.a. von Norbert Burgmüller) und Komponist einen Namen und veröffentlichte Werke für Gitarre und für Streicher. Meist handelt es sich um Kammermusik, er scheint aber auch grösser angelegte Werke geschrieben zu haben, darunter eine Sinfonie. In späteren Jahren etwas schrullig geworden, zettelte Kreutzer die Revolte der Düsseldorfer Musiker gegen den Musikdirektor Mendelssohn an.

 

Leos Janacek (1854-1928)  (arr. Milan Munclinger): Drei Mährische Tänze

(Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott)

 

 

I. Allegro

II. Con moto

III: Andante

 

Janacek hat Themen mährischer Volksmusik in der Oper Jenufa und in den Lachischen Tänzen verwendet.  In seinem Nachlass fanden sich Klavierskizzen über Themen mährischer Volksmusik, sie wurden von Milan Munclinger für 4 Bläser bearbeitet.

 

Georg Philipp Telemann (1681-1776) Quartett in F (Flöte, Oboe,

Klarinette, Fagott, Gitarre) (Original für Blockflöte, Oboe, Violine und B.C.)

 

 

Vivace

Grave

Allegro

 

 

Telemann eignete sich seine Fertigkeit in Komposition und Instrumentalspiel weitgehend als Autodidakt an. 1704 wurde ihm die Stelle eines Organisten und Musikdirektors übertragen. Noch in demselben Jahr erhielt Telemann einen Ruf als Kapellmeister an den Hof des Grafen Promnitz in Sorau. 1706 floh er vor dem Einfall schwedischer Truppen. Er wurde Kapellmeister am Hof Herzog Wilhelms von Sachsen-Eisenach. 1721 trat er in den Dienst der Stadt Hamburg. Neben seinem Amt als Musikdirektor für die fünf Hauptkirchen der Stadt, war er zugleich Kantor am Johanneum. Ferner übernahm er auch hier, wie schon andernorts, die Leitung eines Collegium musicum, mit dem er regelmäßig öffentliche Aufführungen veranstaltete. 1722 wurde Telemann die Leitung der Hamburger Oper übertragen, die unter ihm eine vorläufig letzte Blütezeit erlebte. 1728 gründete er zusammen mit Johann Valentin Görner die erste deutsche Musikzeitschrift: »Der getreue Musicmeister«, worin er eigene und zeitgenössische Werke veröffentlichte. Im einzelnen umfasst Telemanns bislang bekanntes kompositorisches Schaffen rund 40 Opern, 35 Oratorien, 23 Jahrgänge kirchlicher Kantaten, 40 Predigt-Einführungsmusiken, 40 Hamburger Kapitänsmusiken, 15 Messen, 2 Magnifikat, 22 Psalmen, 9 Beerdigungsmusiken, 5 Tafelmusiken, unzählige Motetten und weltliche Kantaten, ca. 1000 Orchestersuiten (davon sind 126 erhalten), viel Kammermusik, hunderte von Gelegenheitskompositionen und Werke für Tasteninstrumente.

 

Zwar  kommt in der Originalbesetzung des Quartetts in F die Klarinette nicht vor, doch hat Telemann dieses Instrument bereits 1721 in einer Kantate eingesetzt.

 

 

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