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Louis Spohr wurde am 5. April 1784 geboren und stammte aus einer wohlhabenden, die Musik pflegenden Familie. Sein Vater, ein Arzt, spielte Flöte und seine Mutter sang und spielte Klavier als begabte Dilettantin. Schon in seiner frühen Kindheit zeigte Ludwig ein ausgesprochenes Talent zum Geigenspiel. Bereits mit fünf Jahren erhielt er den ersten Geigenunterricht bei J.A.Riemenschneider und bei Dufour - einem emigrierten französischen Protestanten). Sehr früh übte er sich ebenfalls im Komponieren. Da Ludwig in verschiedenen künstlerischen Bereichen begabt war, was zur Zeit dar Romantik kein isolierter Fall ist, zögerte er zunächst in der Wahl seiner künftigen Laufbahn: sollte er sein Leben der Malerei widmen oder Musiker werden?
Schon mit 15 Jahren wurde L. Spohr Mitglied der Braunschweiger Hofkapelle bei Herzog Carl Wilhelm Ferdinand und setzte dann sein Studium bei dem Geigenvirtuosen Franz Eck fort; dieser nahm ihn nach Russland mit, wo Spohr Clementi und Field kennenlernte. Nach seiner Rückkehr wurde Ludwig Schüler von Pierre Rode; in diesem Lehrer fand er sein großes Vorbild auf dem Gebiet der Instrumentaltechnik. Von nun an galt er als der beste deutsche Geigenvirtuose.
Die Jahre 1813-1814 brachten eine reiche musikalische Ernte hervor, insbesondere das Nonett op.3l und das Oktett op.32. Die beiden Kompositionen waren bestellte Werke und Gegenstand einer kuriosen Abmachung. Spohr hatte gegen Barzahlung und für eine Zeitspanne von drei Jahren alle Werke, die er komponieren würde, dem berühmten Tuchgroßhändler Tost überlassen; fortan durften die Werke nur noch in Anwesenheit des Mäzens ausgeführt werden Tost war eine ungewöhnliche Persönlichkeit, zugleich ein leidenschaftlicher Geiger, ein tüchtiger Geschäftmann und Veranstalter von Konzerten. Er rechnete mit den von ihm organisierten 'Akademien', die gesellige Zusammenkünfte waren, um potentielle Kunden anzulocken, denen er seine Waren verkaufen könnte. So knüpfte er Beziehungen mit einflußreichen Geschäftsleuten an. Der junge Geigenvirtuose und Komponist machte sich also an die Arbeit und schrieb Quartette, Quintette sowie ein Oktett und ein Nonett für diesen wendigen Kaufmann, der auch Haydns Gönner in Wien und in London gewesen war.
In seinen Memoiren berichtet Spohr über die Entstehung des F-Dur Nonetts op.3l "Ich fragte deshalb bei ihm [Tost] an, welche Kunstgattung ihm für diesmal die liebste sein werde. Mein Kunstmäzen sann ein wenig nach und meinte dann, ein Nonett, konzertierend für vier Streichinstrumente Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass und die fünf vornehmsten Blasinstrumente Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, so geschrieben, dass jedes Instrument seinem Charakter und Wesen gemäß hervorträte, möchte doch wohl eine ebenso interessante wie dankbare Aufgabe sein (...). Ich fühlte mich durch die Schwierigkeit der Aufgabe angezogen, willigte mit Freuden ein und machte mich sogleich an die Arbeit" Die Vorbilder, an die sich Spohr anlehnen konnte, waren das Quintett K 452 für Klavier und Bläser, einige Divertimenti und Serenaden von Mozart, das Quintett op.16 und vor allen das Septett op.20 von Beethoven, ein Verkaufsschlager des Verlegers Franz Anton Hoffmeister (1802).
Weniger in dem Eingangsallegro (im 4/4-Takt), das als groß angelegtes Stück mit „chromatischen Spielen“ in scheinbarer tonaler Unentschiedenheit beginnt, als im zweiten Satz Scherzo kommt das Grand Nonetto allen Wünschen des Auftraggebers entgegen. Dieses neue Allegro - diesmal in d-moll - stellt Streicher und Bläser einander gegenüber. Es enthält zwei ineinandergehende Trios: im ersten D-Dur Trio spielt die Solovioline die Hauptrolle, in anderem, das in unstetem g-moll geschrieben ist, führen die Bläser. Der folgende Satz, ein Adagio in B-Dur folgt demselben kontrastierten Schema und gibt jedem der neun Solisten die Möglichkeit, seine Kunst und die besondere Schönheit seines Instruments zur Geltung zu bringen. Das Finale, ein Vivace im 2/4Takt, kehrt zur Haupttonart F-Dur zurück und verbindet, wie Beethoven es gerne tut, die Sonatensatzform und ihr dualistisches Prinzip (zwei Themen) mit Variationen in Rondoform.
Dieses Werk, an dem schon bei der Erstaufführung das Publikum Gefallen fand, blieb auch später das einzige, das immer wieder gespielt wurde, obwohl Spohr das Kammermusikrepertoire um zahlreiche Kompositionen bereichert hatte: 4 Doppelquartette, 34 Streichquartette, 7 Streichquintette, ein Klavierquintett, ein Quintett für Klavier und Bläser, 5 Klaviertrios, 14 Duos für zwei Violinen, ein Sextett, ein Septett..
Die Serenade No. 1, Op. 11 hat 1857 Johannes Brahms ursprünglich für Kammerorchester mit Flöte, 2 Klarinetten, Horn und Fagott geschrieben. Offenbar ist diese Fassung verschwunden und nur die Version für grosses Orchester, welche 1861 gedruckt wurde, erhalten. Chris Nex hat diese Partitur für ein Kammermusikensemble, bestehend aus Bläserquintett, Streichquartett und Kontrabass, arrangiert und versucht, die instrumentalen Farben der Orchesterfassung beizubehalten.
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